LeHo Statements #2 Hans-Dieter Weckmann

„Ein wesentliches Kriterium ist die Vorlage eines hochschulweiten Gesamtkonzeptes für die Gestaltung von Lernräumen.“

 

Hans-Dieter Weckmann, ehemaliger Sprecher der DINI-Arbeitsgruppe „Lernräume“ und Direktor i.R. des Zentrums für Informations- und Medientechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beschreibt, welche Wünsche und Anregungen, aber auch welche Erfahrungen er zur und mit der Hochschule als Lernwelt hat. 

 

Was sind Ihrer Meinung nach Kriterien, die eine herausragende Hochschule in der Lernweltgestaltung erfüllen sollte?
Ein wesentliches Kriterium ist die Vorlage eines hochschulweiten Gesamtkonzeptes für die Gestaltung von Lernräumen. Dieses muss in die Leitlinien der Hochschule und falls schon vorhanden in die Digitalisierungsstrategie eingebettet sein. Weiterhin muss die E-Learning-Strategie in ihr verankert sein. Denn die virtuellen und realen Lernräume müssen ganzheitlich betrachtet werden. Das Lernraum-Gesamtkonzept legt als wichtigen Bestandteil die Zusammenarbeit der Infrastruktureinrichtungen wie Bibliotheken, Rechen- und Medienzentren sowie Facility-Management-Abteilungen fest und schafft die Basis für die, mit den Lehr- und Forschungsbereichen und insbesondere auch mit den Studierenden, zu erarbeitenden Lernraumkonzepte. 

Was ist für die Lernweltgestaltung in Deutschland wünschenswert? Was wünschen Sie sich für die Lernweltgestaltung in Deutschland?
DINI, die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation, hat 2018 ihre Thesen zur Informations- und Kommunikationsinfrastruktur der Zukunft veröffentlicht.  
Die Thesen zehn „Moderne Lernräume erfordern die Überwindung institutioneller Grenzen und müssen von den Studierenden wesentlich mitbestimmt werden“ und elf „Moderne Lernräume sind architektonisch und technisch offen zu gestalten und mit hybriden Infrastrukturen zu erweitern“ sprechen mir aus dem Herzen. Bei uns in Deutschland herrscht immer noch das Diktat der Kennzahlen (z. B. Regalmeter für Bücher nach Fakultäten oder Quadratmeter für Lernflächen nach Fakultäten) und das Diktat der Architekten, die keine räumliche Veränderung, auch nicht für eine elektronische Ausstattung wie manchmal z. B. WLAN, zulassen. Gerade hierin unterscheidet sich die deutsche Hochschullandschaft von anderen Ländern und die DINI-Thesen zeigen auf, wie ein Umdenkungsprozess vonstattengehen kann.

Was denken Sie, bewirkt das Projekt LeHo in der deutschen Hochschullandschaft?
Das LeHo-Projekt liefert eine detaillierte Sicht auf die Lernräume an deutschen Hochschulen. Die Ergebnisse werden im DINI-Kontext allen Hochschulen nachhaltig zur Verfügung gestellt. Good-Practice-Beispiele werden in einem Internet-Portal dargestellt und regen zum Informationsaustausch an. Die wissenschaftliche Auswertung wird zur Bewusstseinsbildung in der Politik und bei den Hochschulleitungen anregen. 

Welche Entwicklungen werden für die Lernweltgestaltung der Hochschulen zunehmend wichtig? Welche drei Tendenzen können Sie identifizieren?

  1. Die Lernraumgestaltung muss bei allen Gebäuden und Organisationseinheiten eine Rolle spielen, nicht nur in und durch Bibliotheken.
  2. Einbeziehung der Studierenden und der von ihnen genutzten sozialen Medien: Raus aus dem Elfenbeinturm!
  3. Blick über den Tellerrand hinaus ins benachbarte Ausland.

 

Zur Person

Hans-Dieter Weckmann war viele Jahre Sprecher der DINI-Arbeitsgruppe „Lernräume“ und leitete das Zentrum für Informations- und Medientechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Im Rahmen des Projektes „Lernwelt Hochschule“ vertritt er sowohl den Kooperationspartner DINI, Deutsche Initiative für Netzwerkinformation, als auch die Seite der Hochschulrechenzentren. Besonders die Erstellung einer Plattform als Toolkit für die Konzeption und Gestaltung der „Lernwelt Hochschule“ im Rahmen der Organisation und Didaktik liegt Weckmann am Herzen. Diese soll Austausch- und Informationsangebote für die Scientific Community bieten, die insbesondere auch als Handreichung zur Planung von Lernumgebungen in Hochschulen unter Einbezug aller infrastrukturellen Komponenten dient.

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