LeHo Statements #3 Anke Petschenka

 

„Die „digitale Kompetenz“ ist eine zentrale Schlüsselkompetenz in der hochschulischen Ausbildung. Lernräume ermöglichen und unterstützten diese […].“

 

Dr. Anke Petschenka, unter anderem Sprecherin der DINI AG Lernräume erklärt, welche Ansichten sie zum Thema Lernwelt in Hochschulen hat und gibt Einblicke in die Anforderungen der Deutschen Initiative für Netzwerkinformationen e.V (DINI).

 

 

Was sind Ihrer Meinung nach Kriterien, die eine herausragende Hochschule in der Lernweltgestaltung erfüllen sollte?

Hochschulen sollten folgende Kriterien bei der Planung und Gestaltung von Lernräumen berücksichtigen (angelehnt an Handlungsempfehlungen der DINI AG Lernräume, 2013):

Strategiethema

Hochschulen müssen das Thema Lernräume als Strategie- und Managementaufgabe benennen. Aspekte wie Konzeption, Steuerung, Profilierung, Organisations- und Entwicklungsplanung sowie Ressourcenfragen gehören ebenso dazu wie der explizite Forschungsbedarf.

Kompetenzentwicklung

Die „digitale Kompetenz“ ist eine zentrale Schlüsselkompetenz in der hochschulischen Ausbildung. Lernräume ermöglichen und unterstützten diese, der innovative Medieneinsatz ermöglicht zudem die Perspektive auf den virtuellen Lernraum.

Konzeption und Nutzerorientierung

Zonierungen von Lernflächen sind genauso wichtig wie maßgeschneiderte und zielgruppenspezifische Angebote für Lernende unter Berücksichtigung einer innovativen Arbeitsumgebung. Dabei sollten sowohl selbstgesteuerte als auch kooperative Prozesse berücksichtigt werden. Dies impliziert zugleich variantenreiche Lernraumangebote: Einzel- und Gruppenarbeitsplätze, Experimentierflächen zum kreativen Arbeiten und Lernen und Lounge-Bereiche zum sozialen Austausch. Auch eine ansprechende Gestaltung von Innenräumen und flexibel nutzbares Mobiliar sollten in der Konzeption berücksichtigt werden.

Was ist für die Lernweltgestaltung in Deutschland wünschenswert?

Die innovative Gestaltung und technische Ausstattung von Lernräumen sollte generell in allen Bildungsbereichen ein stärkeres Gewicht erhalten. An Hochschulen werden Räume sowohl von Lehrenden im Rahmen von Lehrveranstaltungen als auch von Studierenden genutzt. Insbesondere für Studierende ist der Erwerb von innovativen Schlüsselqualifikationen und methodischen Kenntnissen gefragt.

Lernräume sollten Studierenden den Zugang zum forschenden Arbeiten in MethodenLabs, fallbezogenen Arbeiten in CaseLabs und experimentellem Arbeiten in Makerspaces ermöglichen. Das Angebot an digitalen Werkzeugen soll die Studierenden zum eigenständigen Arbeiten anregen und sie auf eine zukünftige Welt vorbereiten.

Was denken Sie, bewirkt das Projekt LeHo in der deutschen Hochschullandschaft?

Das Forschungsprojekt LeHo bündelt interessante Beispiele innovativer Lernraumgestaltung an Hochschulen, die bereits realisiert wurden oder sich in Planung befinden. Die daraus resultierende Sichtbarkeit setzt Anreize und ermöglicht einen institutionsübergreifenden Austausch. Der Atlas kann als Ratgeber herangezogen werden, um neue Maßstäbe bei zukünftigen Projekten zu setzen.

Welche Entwicklungen werden für die Lernweltgestaltung der Hochschulen zunehmend wichtig? Welche drei Tendenzen können Sie identifizieren?

Hochschulinstitutionen achten seit vielen Jahren verstärkt auf die Entwicklung und Durchführung maßgeschneiderter, zielgruppenspezifischer Konzepte und Angebote. Bei einer innovativen Lernweltgestaltung sind insbesondere folgende Tendenzen stärker zu berücksichtigen:

Kooperation

Die Interaktion zwischen Studierenden sollte gefördert werden, dazu werden entsprechende Räume benötigt. Größere Raumflächen zur freien Gestaltung sowie kleinere Gruppenarbeitsräume, die eine moderne Infrastruktur aufweisen sowie online buchbar sind.

Technologien

Die Ausstattung von Räumen mit modernster Technologie und einem Support-Dienst, auf den im Zweifel zurückgegriffen werden kann.

Experimentierflächen

Makerspaces, SkillsLabs und andere Räume zur experimentellen Gestaltung sind gefragter denn je. Sowohl selbstgesteuerte als auch kooperative Lernszenarien sollten unter Einbezug flexiblen Mobiliars und einer modernen technischen Infrastruktur ermöglicht werden. Diese Räume können sowohl in Bibliotheken, als auch in Räumen zur spezifischen Nutzung innerhalb einer Fakultät angesiedelt sein.

Zur Person

Dr. Anke Petschenka ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen. Sie ist bibliotheksfachliche Ansprechpartnerin für diverse Fachdisziplinen und für den Bereich E-Learning in der UB zuständig. Sie ist zudem Mitglied in der E-Learning-Allianz der Universität Duisburg-Essen, sowie im Moodle-Kompetenzzentrum. Seit März 2018 ist sie Sprecherin der DINI AG Lernräume. In ihrer Masterarbeit des berufsbegleitenden MALIS-Studiengangs an der TH Köln hat sie sich mit der Gestaltung virtueller Lernräume beschäftigt.

Gerne liken, teilen und tweeten:
Diese Website speichert einige Benutzerdaten. Diese Daten werden verwendet, um eine persönlichere Erfahrung zu ermöglichen und Ihren Aufenthaltsort auf unserer Website gemäß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung zu verfolgen. Wenn Sie sich gegen ein zukünftiges Tracking entscheiden, wird in Ihrem Browser ein Cookie eingerichtet, der diese Auswahl für ein Jahr speichert. Zustimmen  Ablehnen
632